13.10.2021

Bodensee: Quagga-Muschel bedroht den Felchen und belastet die Fischer

Die Quagga-Muschel, ursprünglich im Schwarzen Meer heimisch, breitet sich zunehmend im Bodensee aus. Gerade erst im Jahre 2016 erstmals in Deutschlands größtem See nachgewiesen, ist die braune, gestreifte Muschel inzwischen überall im Obersee, dem wesentlichen Teil des Bodensees, bis in eine Tiefe von 180 Metern zu finden. Die Auswirkungen des Neozoons sind vielfältig.

Da sich Quagga-Muscheln von Plankton ernähren, das sie aus dem Seewasser herausfiltern, ist ein Zusammenhang mit dem Rückgang der Felchenbestände im Bodensee – dieser ernährt sich ebenfalls von Plankton – denkbar. Zum Leidwesen der Fischer siedelt die Muschel nicht nur in Bänken am Grund des Sees, sondern besiedelt auch Reusen, Leinen, Anker und die Kühlwassersysteme der Bootsmotoren. Beim Einholen der Netze ziehen die Fischer mit Muscheln besiedelte Steine an die Oberfläche. "Oft sind es viele Kilogramm Muscheln, die wir aus den Netzen entfernen müssen", sagt Anita Koops, Sprecherin des Internationalen Bodensee-Fischereiverbands.

Beträchtlich sind auch die Schäden für die Wasserversorger der Region. Da die technischen Anlagen vor der Ausbreitung der Muschel geschützt werden müssen, hat die Bodensee-Wasserversorgung vier zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und den Turnus der Reinigung ihrer unterirdischen Wasser-Kammern vervierfacht. "Wir gehen nach dem heutigen, noch sehr frühen Stand der Planung von Investitionen in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrages aus," teilt Maria Quignon, Sprecherin der Bodensee-Wasserversorung, mit.
FischMagazin
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