18.03.2016

Studie: Synergieeffekte für KLA-Aquakultur im Industriepark

In norddeutschen Industriegebieten ist der Aufbau von Aquakultur-Kreislaufanlagen für mehrere hundert Tonnen Zander oder Garnelen möglich. Eine gestern im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel vorgestellte Konzeptstudie liefert Vorschläge, wie in Industrieparks der Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen Synergieeffekte zwischen Abwärme produzierende Betrieben auf der einen und Aquafarmen als energieaufwendigen Produktionsbetrieben auf der anderen Seite genutzt werden können. Auch die Nähe zum Absatzmarkt spiele eine Rolle. Wissenschaftler der Gesellschaft für marine Aquakultur (GMA) in Büsum unter Leitung von Dr. Stefan Meyer hatten als Modellstandort den Chemcoastpark Stade 50 km westlich von Hamburg gewählt sowie exemplarisch die Produktion von Zander (Sander lucioperca) und Pazifischen Warmwassergarnelen (Litopenaeus vannamei).

Bislang werden in Deutschland jährlich rund 74 t Zander (2014) und ca. 15 t White Shrimps (2015) in der Aquakultur erzeugt. Die GMA-Studie schlägt eine KLA zur Produktion von 500 Jahrestonnen Zander und 30 t Garnelen vor. Deren Energiebedarf prognostizieren die Autoren auf ca. 4 GWh/a Wärme und ca. 1,6 GWh/a Strom. Die Gestehungskosten für ein Produktionsjahr unter Volllast - bis zu dem allerdings mehrere Jahre vergehen können - beziffern die Experten auf weniger als 10,- Euro/kg für Zander (netto, 900g Rundgewicht, verarbeitet zu "ausgenommen mit Kopf") sowie auf unter 36,- Euro/kg für die Garnelen (netto, 25-30g unverarbeitet bzw. HOSO). "Bei einer entsprechenden Vermarktung der beiden Produkte über den Großhandel (insbesondere Zander) und den Direktvertrieb (insbesondere Garnele) ist mit einer jährlichen Profitabilität von ca. 1,4 Mio. Euro (vor Steuer) zu rechnen", heißt es zusammenfassend. Die vollständige Studie finden Sie hier.

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