17.11.2020

Dänemark will keine Expansion der marinen Aquakultur

Dänemarks Regierung will einen weiteren Ausbau der Meeresaquakultur nicht unterstützen, schreibt Salmon Business. "Einfach aufgrund ökologischer Bedenken", beantwortet ein Sprecher des dänischen Ministeriums für Umwelt und Ernährung knapp die Frage nach den Beweggründen. Ein neues dänisches Gesetz, das zum 1. Januar 2021 in Kraft tritt, wird damit die Expansion insbesondere der Regenbogenforellenzucht des Landes, die mit 45.000 t Jahresproduktion rund 60% der gesamten dänischen, in Aquakultur produzierten Fischmenge ausmacht, verhindern.

Ein Motiv sei die seit 20 Jahren geltende Europäische Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG), die Standards für die Wasserqualität vorschreibt und das Ziel gesetzt hat, dass bis zum Jahre 2027 alle Oberflächenwasserkörper der Europäischen Union "in gutem Zustand" sein sollen. Aktuell seien es nur 40%. Begleitend stellen Dänemarks Behörden Fördergelder in Höhe von 40 Mio. DKK (= 5,37 Mio. Euro) zur Verfügung, um Fischzüchter zur Investition in neue ökologische Technologien zu motivieren. Im Fokus stünden dabei landgestützte Kreislaufanlagen. Salmon Business stellt die Frage, ob diese Umstrukturierung mit Dänemarks Klimazielen harmoniere, nämlich die CO2-Emissionen bis 2030 um 70% zu reduzieren. Denn der CO2 -Ausstoß für in Kreislaufanlagen produzierten Fisch ist einer Studie der Zeitschrift "Nature" zufolge etwa zweieinhalb mal so hoch wie die CO2-Bilanz für Fisch, der in Nicht-Kreislaufsystemen gezüchtet wird.

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