Mehrere führende US-amerikanische Seafood-Unternehmen haben ihre Teilnahme an der Seafood Expo North America in Boston/USA abgesagt, meldet IntraFish. Dazu zählen wichtige Einkäufer wie Kroger, die größte Lebensmittel-Supermarktkette der USA, aber auch Lieferanten wie Peter Pan Seafoods. Peter Pan hat seinen Sitz im US-Bundesstaat Washington, wo bereits sechs Menschen an dem COVID-19-Virus verstorben sein sollen. Auch Rich Products, Inhaber der am US-Markt bekannten TK-Seafoodmarke SeaPak, will nicht teilnehmen, ebenso deren Tochtergesellschaft Morey's Seafood International, die H&N Group aus Los Angeles und die Sea Delight Group aus Florida.
In der ältesten landgestützten Lachsfarm der Welt, der Anlage von Atlantic Sapphire Denmark in Hvide Sande/Dänemark, sind am vergangenen Samstag rund 227.000 Fische verendet, meldet IntraFish. Die nächste Ernte verschiebe sich damit um vier Monate. Ursache für den Massenverlust sei ein zu hoher Stickstoffgehalt in einem der Abwuchsbecken, der wiederum auf einen Umbau der Anlage zurückzuführen sei. Da die Farm aber über 21 Tanks, darunter offenbar sieben große Becken verfüge, sei nur ein Teil des Bestandes verloren. Der Wert der Biomasse sei versichert, teilte der Betreiber mit, die genaue Schadenshöhe stehe aktuell aber noch nicht fest.
Die jährlich stattfindende Seafood Expo Global (SEG) soll auch in diesem Jahr trotz der anhaltenden, durch den neuartigen Coronavirus (COVID-19) ausgelösten Krankheitswelle stattfinden, teilte Messeveranstalter Diversified Communications zu Beginn dieser Woche mit. Bei der für den 21. bis 23. April 2020 terminierten Veranstaltung in Belgiens Hauptstadt Brüssel hätten für den Veranstalter Gesundheit und Sicherheit von Ausstellern, Besuchern sowie eigenem Personal höchste Priorität. Quasi eine Generalprobe für die SEG/SPG im April ist die bereits in zwei Wochen - vom 15. bis 17. März 2020 - in Boston/USA ebenfalls von Diversified ausgerichtete Seafood Expo North America
Russland wird seine Exporte von Alaska-Pollack (AP) nach China aufgrund der dortigen Beeinträchtigungen durch die Corona-Epidemie voraussichtlich erheblich zurückfahren, kündigte Ilya Shestakov, Leiter der Föderalen Fischereibehörde Rosrybolovstvo, an. Unklar sei bislang, welche Mengen Russland in andere Märkte leiten werde, zitiert das Portal IntraFish Shestakov. Bislang habe sein Land jährlich rund 600.000 t AP nach China exportiert. Die sinkende Nachfrage aus China drücke bereits die Preise, teilte Alexander Efremov mit, Geschäftsführer der in Wladiwostok stationierten Fangflotte der Dobroflot Holding.
In den Gehegen norwegischer Lachszuchten sind im vergangenen Jahr mehr Fische verendet als im Jahr zuvor, meldet das Portal IntraFish und zitiert den jährlichen "Fischgesundheitsbericht" des Landes. Demnach starben 2019 insgesamt 52,8 Mio. Lachse, und zwar insbesondere durch eine große Algenblüte und durch Lachslausbefall. Berücksichtige man nicht jene 8 Mio. Lachse, die aufgrund der Algenblüte verendeten, so sei der Trend jedoch positiv, heißt es in dem Bericht. Provinzen wie Hordaland hätten die Lachssterblichkeit in den vergangenen zwei Jahren um rund 25% verringert, teilte Ingunn Sommerset mit, verantwortlich für Fischgesundheit beim Norwegischen Veterinärinstitut der Universität von Bergen (UiB). Das sei ein Zeichen dafür, dass die Industrie beim Thema Fischgesundheit Fortschritte mache. Trotz dieser Verbesserungen könne 2019 als "das Jahr der Lachslaus" bezeichnet werden. Wie bereits in vorausgegangenen Jahren seien der Branche große Schäden durch die Behandlung gegen die Laus entstanden. Die Zahl nicht-medikamentöser Anti-Laus-Behandlungen sei von 2.002 (2018) auf zuletzt 2.446 gestiegen (+22%), die Zahl medizinischer Behandlungen stieg von 602 (2018) auf 698 (+ 16%). Im Vergleich zu 2014, als die Behandlungszahl mit 3.498 einen Höchststand erreicht hatte, sei jedoch eine rückläufige Entwicklung zu beobachten.
Die aktuell sehr niedrigen Preise für Pangasius aus Vietnam könnten in der zweiten Jahreshälfte 2020 erheblich anziehen, befürchten Insider, schreiben die Undercurrent News. Aktuell sei der Preis für Pangasius - rund 17.500 VND/kg (= 0,69 Euro/kg) für die Rohware und 1,75 USD/kg (= 1,61 Euro/kg) Filet mit 20% Glasur Export nach Europa - sehr niedrig. Einige Einkäufer erteilen deshalb Aufträge, andere sind zögerlich, weil sie auf einen weiteren Preisrückgang hoffen. Doch Stimmen aus der Branche warnen, dass das Pendel umschlagen könne. Angesichts seit Ende 2018 sinkender Preise haben manche Farmer bereits seit Mitte 2019 nicht mehr besetzt. Da derzeit die Nachfrage aus China, bedingt durch den stagnierenden Foodservice-Sektor in der Volksrepublik, schwach ist, könnten Züchter sich auch zu der gerade beginnenden neuen Besatzsaison zurückhalten. Entsprechend sei nach erneutem Anziehen der Nachfrage aus China voraussichtlich Ende 2020 mit einem Preisanstieg zu rechnen. Entspannt äußerte sich jedoch Tam Nguyen, CEO von Vietnams größtem Pangasius-Exporteur Vinh Hoan: bei ihr gebe es keine Auftragsstornierungen, zumal die Nachfrage aus Chinas LEH und Online-Handel fehlende Neuaufträge aus dem Foodservice-Sektor ausgleiche.
Die Organisatoren der Konferenz "Aquafeed Horizons 2020", einer Veranstaltung für Experten aus der Produktion von Aquakultur-Futter, haben die für den 24. März 2020 in Thailands Hauptstadt Bangkok terminierte Konferenz abgesagt, meldet Fish Information & Services (FIS). Die auf Hawaii/USA ansässigen Ausrichter, Betreiber der Plattform Aquafeed.com, begründeten ihre Entscheidung mit Blick auf die anhaltende Corona-Epidemie und mit der Verantwortung für die Gesundheit der Delegierten und ihrer Mitarbeiter. Die 13. Aquafeed Horizons sollte im Rahmen der Victam Asia Grain and Feed Expo und des VIV Health & Nutrition Asia Trade Fair Forum stattfinden.
Aldi Nord ruft Tiefkühl-Garnelen zurück, weil diese Rückstände des Antibiotikums Chloramphenicol enthalten könnten. Betroffen ist die Sorte "Natur" des TK-Artikels "Gourmet Fruits de Mer King Prawns Garnelenschwänze" mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 03.01.2022. Lieferant ist Heiploeg International. Die Garnelen sollten nicht verzehrt werden. Aldi bittet seine Kunden, das Tiefkühlprodukt in eine der Filialen zurückzubringen. Andere als die genannten Chargen des Artikels sind nicht betroffen. Die betroffene Ware wurde ausschließlich in den folgenden 18 Gesellschaften des Discounters verkauft: Bad Laasphe, Bargteheide, Barleben, Beucha, Datteln, Hannoversch Münden, Herten, Horst, Lehrte-Sievershausen, Nortorf, Radevormwald, Rinteln, Salzgitter, Scharbeutz, Seevetal, Weimar, Werl und Wilsdruff. Welcher Gesellschaft eine Aldi-Filiale angehört, kann auf der Internetseite des Discounters überprüft werden.
Schottlands Lachsindustrie wird nach Austritt Großbritanniens aus der EU für den Export in die Gemeinschaft Gesundheitszertifikate benötigen. Bislang sind für den Handel innerhalb der EU keine "Export Health Certificates" (EHC) erforderlich. Diese ab 1. Januar 2021 verlangten EHCs werden für Schottlands Lachsproduzenten jährliche Zusatzkosten zwischen 1,5 und 10,3 Mio. Euro bedeuten, schätzt die Scottish Salmon Producers Organisation (SSPO), wobei die Gesamtsumme abhängig sein werde von den erhobenen Kosten je Zertifikat und der Anzahl der EHCs je Lkw-Ladung. Jährlich müssten voraussichtlich zwischen 50.000 und 100.000 Gesundheitsbescheinigungen von Amtsärzten oder Veterinären ausgestellt werden. Alleine nach Frankreich werde per anno Lachs im Wert von 225 Mio. Euro exportiert - ein Drittel der gesamten schottischen Lachsausfuhren, sagt SSPO-Geschäftsführerin Julie Hesketh-Laird. Täglich werden über die Straße und durch den Eurotunnel etwa 300 Lachssendungen verschickt. Die demnächst erforderlichen EHCs seien "eine unnötige finanzielle und bürokratische Last", die nicht nur Verzögerungen und Kosten mit sich brächten, sondern auch den internationalen Wettbewerbs stärken würden, so Hesketh-Laird.