03.08.2026
Nord-Ostsee-Kanal: Frachtschiff beschädigt Fischzucht – hoher Schaden
Ein Frachtschiff hat am frühen Donnerstagmorgen, 30. Juli, die Fischzuchtanlagen der Fischerei Brauer im Nord-Ostsee-Kanal gerammt und dabei schwer beschädigt, meldet das Hamburger Abendblatt (HA). Demnach ist das unter niederländischer Flagge fahrende Mehrzweck-Frachtschiff "Longeon" auf seiner Fahrt von Kiel nach Brunsbüttel bei Rade aus der Fahrrinne geraten und prallte in mehrere Gehege der Lachsforellenzucht. "Wir hatten zum Glück einen Frühaufsteher unter unseren Feriengästen, der das gesehen, fotografiert und uns sofort Bescheid gegeben hat", berichtet Betreiber Thomas Philipson dem HA. Da sich die Forellen auf der anderen Seite der Anlage befunden hatten, sei kein Fisch entkommen oder verletzt worden. Allerdings wurden zwei massive Stahldalben, die die Zuchtanlagen in rund zehn Metern Tiefe am Boden verankern, abgebrochen.
Philipson rechne mit Kosten von deutlich mehr als 50.000 Euro – ein Betrag, der für den vergleichsweise kleinen Familienbetrieb schnell zur Belastung werden könne. Da jedoch neben den Fotos des Feriengastes auch die Route des Frachters dokumentiert sei und dieser den Zwischenfall ordnungsgemäß gemeldet hatte, sei er hinsichtlich der anstehenden Versicherungsfragen zuversichtlich, aber: "Das wird vermutlich trotzdem keine Angelegenheit, die in wenigen Monaten erledigt ist." Die Fischerei Brauer gilt als letzte Berufsfischerei am Nord-Ostsee-Kanal. Sie verbindet Fischzucht, Direktvermarktung, Gastronomie und Ferienwohnungen auf einem Gelände. Ihr "Kleiner Fischladen" wurde mit dem Seafood Star 2025 als "Beste Direktvermarktung" ausgezeichnet.
Der Fischmagazin-Newsletter: Hier kostenlos anmelden