23.09.2026
Hamburg: Segelkutter droht nach 137 Jahren das Aus
Dem historischen Segelkutter "Landrath Küster" droht das Aus, schreibt das Hamburger Abendblatt. Der 1889 bei der Sietas-Werft in Cranz vom Stapel gelaufene hölzerne Hochseekutter fuhr 80 Jahre lang unter Segeln zum Fischfang. Heute wird er vom Verein "Freunde des Hochseekutters Landrath Küster" getragen und betrieben. Doch der Unterhalt des 29 Meter langen Zweimasters ist teuer und wird zudem durch behördliche Anforderungen ausgebremst. "Das vordere Schott muss gedichtet werden, um bei einer Kollision eventuell eindringendes Wasser zurückzuhalten, die Brandmeldeanlagen müssen angepasst werden und für die Maschine benötigen wir jetzt eine Aerosol-Löschanlage", sagt Schiffsführer Thees Fock. Zusatzkosten entstehen dadurch, dass das Schiff noch eine Bünn hat. Der vom Fahrwasser durchspülte Laderaum des Fischereifahrzeugs setzt dem Holz des Kutters stärker zu, als wenn er ein trockenes Schiffsinneres hätte.
Geld spielt der Trägerverein vor allem durch touristische Fahrten ein, durch die Vermittlung seemännischer Handwerkstechniken und den Verkauf von Schollen oder Matjes auf maritimen Festen. Das Problem: Passagierfahrten oder Tageschartern sind nur erlaubt, wenn die Sicherheit der Menschen an Bord gewährleistet ist. Derzeit gelinge es dem Traditionssegler nicht, ein neues Schiffssicherheitszeugnis zu erhalten. Ein Ausflaggen in die Niederlande, wo die Anwendung der Vorschriften für Traditionsschiffe mittlerweile geregelt und berechenbar sei, komme für den Verein nicht in Frage: Der Kutter gehöre zu Finkenwerder, solle keinen anderen Heimathafen als "Finkenwarder" am Heck stehen haben und seine Finkenwerder Fischereinummer HF 231 behalten. Wenn am kommenden Sonnabend, 26. September, die Stiftung "Hamburg Maritim" ihr "Open Ship" unter dem Motto "Rund um den Fisch" feiert, will die Landrath-Crew auf jeden Fall dabei sein – und sei es, im Schlepp.
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