06.01.2012

Japan: 566.000 Euro für einen Roten Thun

Auf der Neujahrsauktion im Tokioter Fischmarkt Tsukiji wird traditionell ein Roter Thun zu einem extrem hohen Preis versteigert, doch das Ergebnis in diesem Jahr brach alle historischen Rekorde. Ein Thunnus thynnus von 269 Kilo Gewicht wurde für umgerechnet 566.350 Euro oder 56,49 Mio. Yen an den Sushi-Gastronomen Kiyoshi Kimura verkauft, schreibt Fish Information & Services (FIS). Zum Vergleich: im vergangenen Jahr wurden für ein Exemplar von 342 Kilo umgerechnet 296.790 Euro erlöst. Der Geschäftsmann verstehe seinen Kauf auch als Geste der moralischen Stärkung für Japan, das unter den Folgen des Erdbebens und Tsunamis im März 2011 sowie der daraus resultierenden nuklearen Katastrophe in Fukushima leide. Die Japaner gelten als die weltweit größten Konsumenten von Thunfisch, jährlich werden im Land rund 600.000 Tonnen verzehrt. Beim Pazifischen und Atlantischen Roten Thun sollen 80 Prozent der globalen Fangmenge auf den japanischen Markt gehen.

Die weltweiten Thunfischfänge sind seit 1950 etwa um das Zehnfache gestiegen - von damals 600.000 t auf inzwischen mehr als 6 Mio. t (2008) jährlich, heißt es bei der Welternährungsorganisation (FAO). Von den rund 40 Thunfisch- oder thunfischähnlichen Arten gelten sieben als wirtschaftlich von herausragender Bedeutung. Ihre Fangmenge lag 2008 bei geschätzten 4 Mio. t. Mehr als zwei Drittel der letztgenannten Menge werden im Pazifischen Ozean gefischt (2008: 70,2 %), weitere 20,4 % im Indischen Ozean und 9,5 % entfallen auf Atlantik und Mittelmeer. Die Japaner schätzen gerade jene Arten, die heute als gefährdet gelten und die jeweils weniger als ein Prozent der Fangmenge ausmachen: den Atlantischen, den Pazifischen sowie den Südlichen Roten Thun.
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