25.05.2012

Deutsche Krabbenfischer gründen zentrale Vermarktungsgesellschaft

Die deutschen Krabbenfischer schließen sich erstmals in einer zentralen Vermarktungsgesellschaft zusammen, um ihre wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Mehr als 120 Fischer aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein trafen sich gestern in Wardenburg bei Oldenburg zur Gründung einer gemeinsamen Erzeugerorganisation. Wie viele der Betriebe sich beteiligen, steht erst nach Pfingsten fest. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) und Fischereivertreter zeigten sich optimistisch, dass sich mehr als 60 Prozent aller Betriebe beteiligen werden. "Wir müssen einen Gegenpol schaffen zum Preisdiktat der Großhändler und eine gemeinsame Vermarktung hinbekommen", begründete Lindemann den historischen Schulterschluss der norddeutschen Krabbenfischer. Der starken Macht der preisbestimmenden Aufkäufer stünden künftig die Verkäufer auf Augenhöhe gegenüber. Der Minister hofft, dass sich der Staat an den Gründungskosten für die Vermarktungsgesellschaft beteiligt.

Die neue Erzeugergemeinschaft der deutschen Krabbenfischer soll ihren Sitz in Cuxhaven haben, sagte Kai-Arne Schmidt, Geschäftsführer der Nord- und Ostseefischer. Die 224 deutschen Betriebe hatten 2011 gut 13.000 Tonnen Krabben gefangen, das entspricht 40 Prozent der europäischen Fangmenge. Wenn über die neue Gesellschaft 8.500 Tonnen Krabben vermarktet werden könnten, seien die Perspektiven gut. Bislang wird der Markt von zwei großen niederländischen und einem ostfriesischen Großhändler dominiert. Mit höheren und stabilen Erzeugerpreisen könnten sich die Perspektiven der Fischer deutlich verbessern, sagte Dirk Sander vom Landesfischereiverband Weser-Ems.
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