Die Eigner des St. Petersburger Fischproduzenten Rok-1, einer der größten in Russland, planen Investitionen sowohl in eine neue Verarbeitung als auch in Aquakulturanlagen, schreibt das Portal IntraFish. „Rok besitzt schon Forellenzuchten. Nun denken wir wieder an Forelle oder an Stör“, sagte eine Sprecherin des Anteilseigners Quadriga. Die beiden Private Equity-Unternehmen Quadriga und Capman sowie die Europäische Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) halten zusammen 42 Prozent der Rok-Anteile. Rok produziert ein breites Produktsortiment: bei Surimi und Räucherfisch (Lachs, Makrele, Hering) zählt es nach eigenen Angaben zu den größten russischen Produzenten, außerdem werden Fischsalate und Präserven hergestellt. Rok sei eines „von wenigen attraktiven Seafood-Unternehmen in Russland“, warb Quadriga-Sprecherin Olga Mescherina für Investitionen in die Gesellschaft. Die jüngste Finanzkrise habe Rok dank günstiger Preise und seiner Sortimentsbreite gut gemeistert. Im ersten Halbjahr 2011 notierte Rok allerdings Verluste gegenüber dem Vorjahreszeitraum: die Umsätze betrugen 46 Mio. Euro (1-6/2010: 47 Mio. Euro), der Bruttoerlös lag bei 2,1 Mio. Euro (1-6/2010: 2,5 Mio. Euro) und der Reinerlös belief sich auf 104.125 Euro (1-6/2010: 116.418 Euro).
Engel-Netze, Bremerhavener Ausrüster für Berufsfischer, legt anlässlich des 60-jährigen Betriebsjubiläums die Unternehmensführung in die Hände der dritten Generation. Nach dem Gründer Hermann Engel und dessen Söhnen Manfred und Hans-Hermann haben jetzt Markus und Michael Engel, die Söhne von Manfred Engel, als Eigentümer und Geschäftsführer das Ruder des Traditionsunternehmens übernommen. Engel-Netze beliefert Berufsfischer in der Küsten- und Binnenfischerei in ganz Europa mit einem umfangreichen Sortiment. In den rund 4.000 Quadratmeter großen Hallen in Bremerhaven und einer Niederlassung in Büsum werden über 5.000 verschiedene Artikel wie Stellnetze, Reusen, Wurfnetze, Kescher, Tauwerk, Schwimmer, Arbeitsgeräte bis hin zu Wetterschutzkleidung und Stiefeln vorrätig gehalten. Bestellungen, die bis zum Vormittag eingehen, kommen in der Regel schon am frühen Nachmittag mit dem Paketdienst zum Versand und erreichen Kunden in Deutschland meistens bereits am nächsten Tag. Eine um zahlreiche Artikel erweiterte Jubiläumsausgabe des bei Fischern gefragten Katalogs für Fischereiausrüstung kommt diesen Monat zum Versand. Im Internet ist das Sortiment unter www.engel-netze.de aufgeführt.
Die Aufzucht von Zandern in Kreislaufanlagen ist noch nicht völlig ausgereift. Deshalb wurde jetzt in Hohen Wangelin (Mecklenburg-Vorpommern) eine europaweit einmalige Pilotanlage in Betrieb genommen, die ab 2015 jährlich 40 Tonnen Zander produzieren soll. „Mit der heutigen Einweihung dieser Anlage gehen wir auf einem Teilgebiet der Aquakultur den nächsten konsequenten Schritt von der Labor- zur Experimentalanlage, um die Technologie der Zanderaufzucht bestimmbarer und sicherer zu machen“, sagte Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, bei der Inbetriebnahme am vergangenen Donnerstag, den 11. August. Für den Ausbau der Aquakultur hat das Bundesland eine Professur an der Universität Rostock geschaffen, die auch das Zander-Projekt begleitet.
Auch die Miesmuscheln aus holländischen Hängekulturen sind vom Marine Stewardship Council (MSC) als nachhaltig und gut gemanaged zertifiziert worden, teilt der MSC mit. Die vier Mitgliedsunternehmen der Holländischen Vereinigung der Seilkultur-Muschelfarmer (Zeeuwse Hangcultuurkwekers) haben in der vergangenen Saison 2010/2011 gut 1.500 Tonnen angelandet. Die Miesmuschelsaat wird über schwimmende Kollektor-Systeme gesammelt und die Muscheln wachsen an im Wasser hängenden Leinen oder Netzen auf Marktgröße. Überwiegend werden die Miesmuscheln an Restaurants in Holland und Belgien verkauft. Das von dem unabhängigen Zertifizierer SGS Nederland B.V. durchgeführte Prüfverfahren wurde aus Fördergeldern des niederländischen Wirtschafts- und Landwirtschaftsministeriums subventioniert. Vor wenigen Tagen war schon die holländische Fischerei auf Miesmuscheln aus Bodenkultur vom MSC zertifiziert worden.
Kinofilme, die im Fischhandel spielen, sind selten - „Arschkalt“ ist ein solcher. Am 21. Juli startete die Komödie des Nachwuchs-Regisseurs André Erkau („Selbstgespräche“, 2007). Die Handlung: der gescheiterte Unternehmer Rainer Berg (Herbert Knaup) jobbt als Fahrer bei einer Tiefkühlfirma, irgendwo in der norddeutschen Provinz. Lustlos liefert er den schrägsten Typen auf dem platten Land Pangasius-Filet, Krabben oder Fischstäbchen an die Tür. Eines Tages wird dem depressiven Misanthropen und Zyniker ein Teamkollege ins Auto gesetzt. Ex-Friseur Moerer (Johannes Allmayer) sprüht vor Energie und Optimismus. „Arschkalt“ ist nicht nur die ausgelieferte TK-Ware, sondern zunächst auch die Atmosphäre zwischen den gegensätzlichen Akteuren. „Manchmal wünschte ich mir, ich wäre ein Fischstäbchen. Früher oder später würde ich in der Pfanne landen, aber bis dahin hätte ich wenigstens meine Ruhe,“ meint Berg. „Die Welt ist geilo! Alles ist möglich!“ ist das Motto des neuen Hampelmanns im Führerhäuschen. Erkau schildert die Annäherung der beiden unterschiedlichen Typen. Dazu gesellt sich die neue Chefin der Tiefkühlfirma, die Holländerin Lieke (Elke Winkens), die sich in den uncharmanten und verbitterten Fischverkäufer verliebt. Die Rezensenten der Tagespresse sind sich uneins, ob das Lustspiel um die zwei Männer im Kühltransporter den Zuschauer „einfach kalt lässt“, weil die „paradoxen Charaktere“ wenig berühren (Nadine Hummel/dpa) oder ob es ein sehenswerter, „sympathischer“ Film ist, zumal es dem Regisseur gelinge, die „Figuren trotz aller komödienhaften Überzeichnung durch kleine Details lebendig werden zu lassen“ (Marion Meyer/RP Online).
Die dänische Räucherei Select Salmon, gegen die derzeit wegen Verkaufs von listerienbelastetem Fisch ermittelt wird (siehe FischMagazin-News vom 22.07.2011), bestreitet eine Grenzwertüberschreitung, schreibt das Portal IntraFish. Die Testergebnisse hätten eine Listerien-Belastung von unter 10 Kolonie bildenden Einheiten je Gramm (KbE/g) ergeben, erklärte Direktor Brian Thygesen, und lägen damit unterhalb des EU-Grenzwertes von 100 KbE/g.
Die Infektiöse Salmanämie (ISA) hat der Lachsindustrie Milliardenverluste beschert. Naheliegend ist deshalb die Frage, woher der Erreger der Lachsseuche ursprünglich stammt. Aktuell sind die Ergebnisse einer schon 2008 im Auftrag des Lachszüchters Cermaq erstellten Studie bestätigt worden, dass der ISA-Ausbruch im Jahre 2007 „wahrscheinlich“ durch befallene Lachseier aus Norwegen verursacht worden sei, schreibt IntraFish. Norwegens Nationale Kommission für die Untersuchung wissenschaftlicher Fehler hat im April den Vorwurf des Lachsei-Produzenten Aqua Gen zurückgewiesen, die Studie sei fehlerhaft.
Die holländische Miesmuschel-Produktion ist als nachhaltig und gut gemanaged vom Marine Stewardship Council (MSC) zertifiziert worden, teilt der MSC mit. Damit können die Mitglieder der holländischen Produzenten-Organisation PO Mosselcultuur ihre blauen Muscheln zur aktuell beginnenden Fangsaison 2011/2012 unter dem Label für umweltfreundliche Fischerei vermarkten. 2009 gehörten Hollands Muschel-Produzenten zu den ersten, die vom Wirtschaftsministerium des Landes Fördergelder zur Finanzierung des Zertifizierungsprozesses bewilligt erhielten. Die Miesmuschel-Fischerei wird küstennah im holländischen Wattenmeer und im Zeeland-Delta, im Mündungsgebiet der drei Flüsse Rhein, Maas und Schelde, mit 65 Schiffen betrieben. Dabei wird zunächst Saat, die von wilden Muschelbänken gefischt oder mit Hilfe im Wasser schwimmender Kollektoren gesammelt wurde, auf Parzellen des Meeresbodens ausgebracht. Von diesen Kulturflächen ernteten die Fischer in der vergangenen Saison 2010/2011 rund 56.600 Tonnen, die vor allem in Belgien, Holland, Frankreich und Deutschland verkauft werden. Eine Bedingung für die MSC-Zertifizierung war übrigens die Durchführung eines Forschungsprojektes, das mögliche Langzeit-Auswirkungen der Saatfischerei auf die Lebensräume unter Wasser untersucht.
Der kanadische Lachszüchter Cooke Aquaculture übernimmt vom polnischen Lachsproduzenten Morpol dessen Tochter Culmarex, meldet Fish Information & Services (FIS). Culmarex, Spaniens größter Züchter von Wolfsbarsch und Dorade, gehört zu Morpol, seit die Polen im September 2010 dessen Muttergesellschaft Marine Farms übernommen hatten. Der Gesamtkaufpreis für Culmarex in Höhe von 48,7 Mio. Euro wird Morpols Nettoschulden um geschätzte 40 Mio. Euro senken. Morpol-Geschäftsführer Jerzy Malek kommentierte den Verkauf mit den Worten, dass sich der Lachsverarbeiter jetzt wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren werde. Die Transaktion soll bis Ende Juli abgeschlossen sein.
Im österreichischen Tirol wird seit gut einem Jahr eine regional vorkommende Forellenart nachgezüchtet, die lange Zeit als ausgestorben galt: die „Tiroler Urforelle“. Vor dreizehn Jahren hatte der Biologe Nikolaus Medgyesy am Gossenköllesee im Kühtai (Stubaier Alpen) eine autochthone, also in Tirol heimische, danubische Bachforelle entdeckt, meldet der Österreichische Rundfunk (ORF). Eine genetische Analyse bestätigte die Vermutung. Der 2.417 Meter über dem Meeresspiegel liegende Hochgebirgssee war vermutlich wie viele Tiroler Bergseen um das Jahr 1500 unter Kaiser Maximilian I. mit Forellen und Saiblingen besetzt worden. Acht Monate im Jahr ist der 1,6 Hektar große See von einer bis zu zwei Meter hohen Eis- und Schneeschicht bedeckt.